Röttgens Maiköniginnen feiern 25-jähriges  Bestehen

Röttgen. Wer kennt sie nicht, die  Maiköniginnen? Im Karneval, auf der Kirmes, beim Seniorencafé und auch bei öffentlichen Veranstaltungen der frei-willigen Feuerwehr sind sie Kult und immer gern gesehene Gäste. Und das keineswegs nur, weil die adretten Damen in ihrem grün–weißen Dress nett anzusehen sind. Ihre Beliebtheit verdanken sie hauptsächlich ihrem unermüdlichen Engagement bei den hiesigen Volksfesten. Seit 25 Jahren wählen sie nicht nur jedes Jahr eine neue Maikönigin, sie unterstützen auch die Aktivitäten des  Festausschusses und leisten so einen gewichtigen Beitrag zum kulturellen Leben in Röttgen und Ückesdorf. Am Wochenende feierten sie ihr 25 jähriges Jubiläum in Röttgen gemeinsam mit 80 geladenen Gästen. Gratulanten aus zahlreichen Vereinen der beiden Ortsteile und der Politik kamen ins Festzelt und beglückwünschten die Maiköniginnen zu ihrem Jubiläum. Mit dabei waren Frank Edelmann, erster Vorsitzender des Festausschusses Röttgen, Joachim Stamp, Vorsitzender der Bonner FDP und Hanna Krüger treibende Kraft bei den Schwaadschnüssen im Röttgener Karneval, um nur einige zu nennen. Prominentester  Gratulant war Schlagersänger und Rockmusiker Heino, der aus terminlichen Gründen jedoch nicht persönlich anwesend sein konnte.

 

Seit 1991 gibt es die Senioren-Maiköniginnen. Die Idee dazu hatte Annemarie Esser. „Ich wollte mal wieder ein bisschen mehr Leben in den Ort bringen“, sagt sie und erinnerte sich an ihre Jugendzeit, in der der Junggesellenverein jedes Jahr auf´s Neue ein junges Mädchen aus dem Ort zur Maikönigin kürte. Diese ausgediente Tradition inspirierte Annemarie Esser und sie beschloss, zur Abwechslung einmal die Seniorinnen in den Fokus rücken und sie zu Maiköniginnen zu machen.

Mit Erfolg, wie das 25-jährige Bestehen des Clubs zeigt. Gewählt werden die Maiköniginnen jedes Jahr vom Seniorenkreis. Anfangs fanden die Wahlen bei den Treffen im katholischen Pfarrzentrum in Röttgen statt, mittlerweile aber wird die Maikönigin auf der jährlich stattfindenden  Seniorenschifffahrt auserkoren. Von den ursprünglich 23 Maiköniginnen sind heute noch 14 aktiv (gleich zweimal gewählt wurden: Anni Schmitz, 2008 &2009 sowie Annemarie Esser, 2003 & 2015). „Wir treffen uns mindestens einmal im Monat und unternehmen etwas zusammen“, berichtet die Gründerin des königlichen Clubs. Und weiter: „Wir haben uns bei der Gründung die Unterstützung des Festausschusses zur Aufgabe gemacht. Seither backen wir für sämtliche Feiern, die vom Festausschuss ausgerichtet werden, Kuchen, übernehmen kleinere Dienste, kochen Kaffee und helfen beim Dekorieren der Festsäle.“

So haben die resoluten Damen im Lauf der Jahre mit ihrer zupackenden und herzlichen Art an Beliebtheit gewonnen und sind heute bei öffentlichen Veranstaltungen kaum mehr wegzudenken. Dennoch – es wird keine weitere Maikönigin mehr geben, verkündet Esser. „Wir werden immer älter und es fällt uns zusehends schwerer unsere Aufgaben wahrzunehmen, außerdem fehlt uns der Nachwuchs“, bedauert sie die Entscheidung, die von allen Maiköniginnen getragen wird. Trotzdem bleiben den Orten Röttgen und Ückesdorf die Damen im grün-weißen Outfit erhalten. Auch zukünftig wollen sie – und auch da sind sich alle einig- die Aktivitäten des Festausschusses so gut es geht unterstützen, an öffentlichen Auftritten teilnehmen und auch ihre Treffen beibehalten.

 

Ein Blick zurück

Vor der Krönung der ersten Maikönigin sei ihr doch ein wenig mulmig zumute gewesen gibt Esser zu: „Ich hatte da was angefangen, von dem ich selbst nicht so genau wusste, wie es funktionieren sollte.“ Zu Hilfe kam ihr der damalige Bezirksvorsteher Karl König, der Martha Janusch als erste Maikönigin feierlich in ihr Amt einsetzte.

Die heute 87-jährige, die zur Feier des 25-Jahrestages der Maiköniginnen eigens aus dem Seniorenheim angereist war, erinnert sich noch ganz genau: „Das war schon ein überwältigender Moment, als ich im katholischen Pfarrsaal zur Königin erkoren wurde und Karl König mir die Krone aufsetzte, das werde ich nie vergessen.“

 

Von Beginn an hält die Initiatorin Annemarie Esser die Fäden in der Hand. Unermüdlich plant sie die jährlichen Aktivitäten und hält den Trupp zusammen, was laut Esser nicht weiter schwierig sei. „Denn wir Maiköniginnen halten wie Pech und Schwefel zusammen. Ich kann mich nicht erinnern, dass es je Streitigkeiten zwischen uns gab“, sagt sie. Die starke Gemeinschaft und die gegenseitige Unterstützung sind auch für die anderen der Kitt, der sie zusammenhält und das Erfolgsrezept für das langjährige Bestehen.

 

Nach so vielen gemeinsamen Jahren verstehen die Frauen sich blind und die Aufgabenverteilung bei der Vorbereitung von Feierlichkeiten, seien es die eignen oder die des Festausschusses, klappt aus dem Effeff. „Das macht einfach einen Riesenspaß und bei all den Aktivitäten haben wir nie das Gefühl allein zu sein“, erklärt Anneliese Karzmarek, Maikönigin 1997. Für Brigitte Limper war der schönste Event im Jahr immer der Röttgener Karnevalszug. „Das war wirklich immer geil, auf dem Wagen zu stehen und Kamelle und Strüßje in die jubelnde Menschenmenge zu werfen“, sagt Maikönigin Nummer 17 (2007) voller Begeisterung.

 

Dank an die Wegbegleiter

Heinrich Schmitz übrigens hat sie schon alle abgeschleppt –mit seinem Trecker, auf dem Karnevalswagen. „Das hat er immer ganz prima gemacht“, erzählt Annemarie Esser, „ohne zu ruckeln hat er uns all die Jahre sicher durch die Menschenmenge manövriert.“ Und die Damen hatten noch weitere Begleiter, für deren Unterstützung sie dankbar sind: Helmut Esser und Hans-Josef Fabritius standen ihnen auf allen Ausflügen und Fahrten hilfreich zur Seite. Letzterer entwarf sogar den Vereinsorden der Maiköniginnen. „Unvergessen bleibt uns auch Paul Imhoff. Seit 25 Jahren tanzt er den Ehrentanz mit jeder neuen Maikönigin“, lächelt Esser. Imhoff ist aber nicht nur als guter Tänzer bei den Damen geschätzt, er organisiert und schmückt auch für jede Maiköniginnen-Wahl einen Minimaibaum für auf den Tisch. Dem kreativen Talent von Peter Altendorf, 1. Vorsitzender von Rot-Weiß-Röttgen, verdanken die Senioren-Maiköniginnen einen Stammbaum, in dem sie alle mit Foto, Namen und dem Jahr ihres Amtsantrittes verewigt sind. Last but not least: „Ein ganz dickes Dankeschön an den

Festausschuss, der uns diese große Jubiläumsfeier mit seiner tatkräftigen Hilfe möglich gemacht hat“, freut sich Anna Maria Esser und mit ihr ihre Amtskolleginnen. Die Liste der Freunde und den Maiköniginnen Zugewandten ist zu lang, um alle erwähnen zu können, aber auch ihnen sei herzlich gedankt, sagte die letzte der Maiköniginnen Anna Maria Esser.

 

 


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